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Emotionen

Was passiert, wird der Ausdruck von Empfindungen, Gefühlsregungen nicht zugelassen?

In Abhängigkeit der Intensität, Häufigkeit sowie der subjektiven Bedeutung von "unterdrückten" Gefühlen können diese nicht gelebten Emotionen den Menschen, Ihre MitarbeiterIn belasten, gar psychosomatisch krank machen.

Zumindest aber führen nicht ausgedrückte, nicht artikulierte Gefühle zu einem Gefühlsstau mit der Folge, dass die Leistung beeinträchtigt ist, die Arbeitseffektiviktät leidet, sinniert und fühlt der Mensch gewissermaßen nach. Motivation und Arbeitslust, Freude an der Arbeit kann sich in ihr Gegenteil kehren, das Arbeitsklima durch Frustration nachhaltig beeinträchtigt werden.

 

Warum ist der Umgang mit Gefühlen für viele Menschen schwierig, warum sind diese am Arbeitsplatz oft so wenig gewünscht?

Gefühle gehören genau so wie die Kognition zum Mensch-Sein; Andererseits sind sie im Unterschied zum logisch Erfahrbarem eben nicht immer so klar, eindeutig und greifbar/begreifbar wie unsere verstandesgemäßen Analysen.

Dieses nicht greifbare verheißt uns unterschwellig oft nichts Gutes: Wir sorgen uns, dass es Tiefungen gibt, die wir nicht kontrollieren können und fürchten um unsere Contenance.

Verlieren wir uns in der Auseinandersetzung mit KollegenInnen, mit Vorgesetzten, mit Kunden und Mitarbeitern, so befürchten wir die möglichen Folgen. Wir sorgen uns um unser Ansehen, um unsere Autorität, um unsere Souveränität, würden wir als Verlierter tituliert, fühlten wir uns unterlegen.

Diese Verhaltensmuster , die bereits in der Sozialisation ergänzend zur genetischen Disposition angelegt werden, werden auch durch entsprechende Kulturen beeinflusst. So ist es einfach nicht schicklich, in bestimmten Gewerken und Unternehmen über seine Gefühle zu sprechen bzw. sie zu zeigen.

 

Das Fatale daran ist, dass wir dadurch nicht nur einen sehr wesentlichen Teil unseres Menschseins ausblenden, sondern überdies auch noch reichhaltig Konfliktpotenzial aufbauen: Nicht geäußerte Gefühle wandern in den seelischen Unterbau und bestimmen von dort aus unser künftiges Verhalten - wir sind grämend und muffelnd, mürrisch und kurz angebunden, wollen die andere Seite zunehmend nicht mehr verstehen, sind gekränkt und auf der Suche nach Möglichkeiten, es der anderen Seite heimzuzahlen.

Empfinden wir aber so und dürfen es nicht thematisieren, so hat auch die andere Seite fast gar keine Chance zu erkennen, dass sie etwas - vielleicht vollkommen unbeabsichtigt - angerichtet hat.

 

Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus?

Der Ganzheitlichkeit des Menschen entspricht es, Gefühle zu haben. Diese sollten als Teil des authentischen Ausdrucks grundsätzlich willkommen sein und geäußert werden dürfen.

Ein bedeutendes Feld der Führungsarbeit obliegt dem Thema Vertrauen. Vertrauen sowie vertrauensbildende Maßnahmen bedingen auch die Bereitschaft und Fähigkeit einer Führungskraft, dem Mitarbeiter auf eine Art zu begegnen, dass dieser sich gut aufgehoben fühlt. Dazu zählt auch Achtsamkeit / Empathie, also einfühlend zu erkennen, dass den Mitarbeiter etwas so bewegt, dass dieser leidet und in seiner Arbeitsproduktivität sich beeinträchitgt fühlt.

Somit wäre viel erreicht, gestattet die Untenehmens- und Führungskultur ihren MitarbeiternInnen ein Stück Emotionalität. Führende, die in der Lage sind, sich auch mal etwas zurück zu nehmen, Emotionen zuzulassen und mit diesen sehr verantwortlich, wohlwollend und behutsam umzugehen, werden in der Regel ein intensives Vertrauensverhältnis zu ihren MitarbeiternInnen aufbauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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