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Je sens- ergo sum

Allein diese richtungsdeutende Fragestellung des Entweder-Oder verstellt den Blick für die Öffnung des eigenen Paradigmas.

Menschsein bedeutet anzuerkennen, dass beides - sowohl die Empfindung als auch die rationale Verstandesleistung - uns ausmacht und uns bestimmt.

Gefühl und Verstand sind eben nicht zwei getrennte Systeme der Erkenntnis. Vielmehr handelt es sich um zwei verschiedene Seiten ein und derselben Sache, des menschlichen Erlebens.

Gefühle mitsamt ihren wundersamen Erlebnissen wie Freude, Stolz, ein gutes Gefühl für etwas oder jemanden haben, aber auch unangenehme, belastende Gefühle wie Traurigkeit, Ärger, Zorn  sind Frühwarnempfindungen, welche uns schneller - als es der kognitiven Verarbeitung möglich ist - einen ersten Anhaltspunkt dafür geben, ob etwas für uns eher günstig / angenehm oder eher ungünstig / unangehm erscheint.

Dieses entwicklungsgeschichtlich ältere Empfindungsvermögen sorgt für eine schnelle, gefühlsmäßige Einschätzung und vermag uns vor so manchem Irrtum, Fehlentscheidung zu bewahren, sind wir bereit und fähig, auf unsere innere Stimme zu hören.

Einer Abspaltung der Emotion nach dem Motto, das hat im Geschäftsleben keinen Stellenwert, wird oft Vorschub mit dem Argument geleistet, das durch das Zulassen solcher Empfindungen die Gefahr des Selbstverlustes, der Selbstkontrolle einher geht.

Dies ist nachweislich so nicht korrekt. Lediglich bei Reizen, die an traumatische Erlebnisse erinnern, funktioniert die Abgleichung mit dem Verstand nicht.

Alle anderen Empfindungen können erfasst, erkannt und letztendlich verstandesgemäß bearbeitet werden. Diese Form der Bearbeitung ergänzt, verfeinert die zunächst intuitiv wahrgenommene Empfindung, revidiert möglicherweise die gefühlsmäßige Erstbewertung und stellt somit nach Damasio ( portugiesischer Neurologe ) eine evolutionäre Weiterentwicklung des Umgangs mit Emotionen dar.

 

Somit sollten wir offen sein für unsere eigenen Empfindungen, sie fühlen und verstehen lernen, gewähren sie uns schneller als es die rationale Verarbeitung ermöglicht, einen ersten HInweis.

Im zweiten Schritt vermögen wir diese Intuitionen kritisch hinterfragen, prüfen, ob wir der ersten Aufwallung entsprechen wollen und können bzw. welche Folgen für uns daraus entstehen.

 

Gelingt es uns, uns ganzheitlich zu begegnen, gewinnen wir nicht nur an innerem Reichtum, sonder sind vemehrt in der Lage, auch anderen ihre Gefühle und Gefühlsregungen zuzugestehen.

Auf diese Art vermögen wir im Diskurs so manchen Konflikt von vornherein auf kleiner Flamme zu halten.

 

 

 

 

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