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Von der Rehabilitation der Gefühle

Bereits 1773 schrieb K.D. Küster ( Zitat in Abwandlung interpretiert ),  dass ein fühlender, dass ein empfindsamer Mensch eben nicht nur angetrieben wird durch die verstandesgemäße Bedeutung der Pflicht und der Plfichterfüllung, sondern eben auch durch die Empfindung des Vergnügens, der Freude, an etwas teilzuhaben, des Genusses, sich einzubringen und etwas zu schaffen.

Leider berücksichtigen viele Unternehmenskulturen, so manch Führender diese nicht gerade taufrischen Erkenntnisse dessen, was eben Menschsein ausmacht, wenig, manche gar nicht in ihrem Führungshandeln.

Dabei liegt es doch auf der Hand, zu wissen und zu fühlen, wie innerlich bereit Menschen sind, Großes zu leisten, fühlen sie sich einfach wohl, werden angetrieben durch Freude, Anerkennung und Teilhabe im Sinne einer gewissen Verantwortlichkeit. Dies macht stolz, fördert corporate identity sowie die Bereitschaft zur kontruktiven Zusammenarbeit.

 

Aus meiner Beobachtung fällt es manch Führenden jedoch schwer, eigene Gefühle im Kontext des beruflichen Alltags im Umgang mit den Geführten zuzulassen bzw. sich den Gefühlsäußerungen der Mitarbeiter zu stellen.

Vielfach erkundet, erscheint die Sorge vorzuherrschen, dass eine Öffnung in Richtung Gefühlsäußerung, ein Einlassen auf die Gefühle des Mitarbeiters eine Gefühlsschleuse in Gang setzen könnte, der man dann nicht mehr Herr wird, in der man sich selber verliert.

Bemüht man an dieser Stelle nochmals die literarische Entwicklung des säkularisierten Pietismus, so stellt man in der Tat fest, dass Entwicklungen die Tendenz zum Extremen aufweisen. So u.a. Werther, der sich seines Herzens ausschließlich bedient und dabei außer Acht lässt, dass es frei nach Heraklit stets auch auf die sich einigende, vereinigende Gegenstätzlich ankommt.

Dies bedeutet, sich weder ausschließlich auf das Eine oder auf das Andere zu kaprizieren, sondern beides miteinander verbindend als Mensch zu leben.

 

Für den konkreten Führungsalltag heißt dies: Zeigen Sie angemessen, behutsam Gefühl -drücken Sie Freude im Form von Lob und Zuwendung aus, zeigen Sie vorsichtig dosiert aber auch Enttäuschung und Ärger.

Vor allem aber: Lassen Sie nie die Gefühle Ihrer Mitarbeiter außer acht. Getreu Schulz von Thun führt eine Deckelung der Gefühle zu einem Gefühlsstau, welcher sich dann vollkommen unberechenbar Bahn bricht. Gestehen Sie Ihren Mitarbeitern Ihre Empfindungen zu und laden Sie in Abhängigkeit des Kontextes der Situation sowie in Abhängigkeit der Persönlicheit Gefühle zu - Sie werden fühlen, wie Ihre Mitarbeiter sich durch Ihre Annahme fühlen und Ihnen danken werden.

 

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